Recycling fördern, nicht stoppen!

Eine neue Gesetzesvorlage auf EU-Ebene könnte das Recycling von Kunststoffen aus Elektro-Altgeräten unmöglich machen. Die Müller-Guttenbrunn Gruppe fordert daher wie die internationale Fachverbände EERA und EuRIC eine Kurskorrektur.

Kunststoff-Recycling ist gut für Mensch und Umwelt – und für die Zukunft unverzichtbar. Das erkannte das World Economic Forum in Davos bereits vor über einem Jahrzehnt: 2006 gründet die Müller Guttenbrunn-Gruppe gemeinsam mit MBA Polymers die Recyclinganlage in Kematen/Ybbs. Diese Innovation wurde im selben Jahr als Technology Pioneer anerkannt.

In diesem Werk werden seither jährlich rund 50.000 Tonnen an Kunststoffe aus Elektronik-Altgeräten recycelt. MGG Polymers, wie das Werk seit Anfang dieses Jahres firmiert, produziert daraus hochwertige technische Kunststoffe, die in neuen Elektro- und Elektronik-Geräten verarbeiteten werden.


Recycling = Umweltschutz

Im Vergleich zu neu hergestellten Kunststoffen spart eine Tonne recycelter Kunststoff drei bis vier Tonnen CO2 ein. Zudem benötigt man lediglich zehn Prozent des Energiebedarfs im Vergleich zur Produktion von Neuware! Eine formale Lebenszyklusanalyse des Schweizer Forschungsinstituts EMPA zeigt, dass Kunststoff-Recycling im Vergleich sowohl zur Verbrennung alter Kunststoffe als auch zur Herstellung neuer Kunststoffe die mit Abstand beste Option ist (Link).

Intelligente Techniken sorgen dafür, dass gefährliche Substanzen in den elektronischen Altgeräten vor der Wiederaufbereitung abgetrennt und in Verbrennungsanlagen vernichtet werden. Beispiele für diese gefährlichen Stoffe sind Cadmium in alten Farbstoffen oder bestimmte Brom-Flammschutzmittel, die nicht mehr zugelassen sind.

Die Behausung alter CRT-Bildschirmgeräte enthalten zum Beispiel bis zu 150.000 ppm Brom-Flammschutzmittel (ppm = parts per million). Mit unseren modernen Trenntechniken sind wir bei MGG Polymers in der Lage, diese Materialien so zu recyceln, dass die wiederaufbereiteten Kunststoffe nicht mehr als 1.000 ppm dieser Flammschutzmittel enthalten.

Immer mehr gefährliche Stoffe werden (zurecht) in die Liste der verbotenen Stoffe aufgenommen. Bisher war es so, dass die Gesetzgeber, realistische Grenzwerte festlegten, wenn ein derartiger Stoff auf die Verbotsliste gesetzt wurde. Dadurch konnten Kunststoffe im Sinne des Umweltschutzgedankens recycelt, Energie und Rohstoffe eingespart werden.


Gesetzesentwurf als Gefahr.

Umso bestürzter stellen wir nun fest, dass ein aktueller Gesetzesentwurf auf EU-Ebene das Ende für das Kunststoff-Recycling aus Elektro-Altgeräten bedeuten könnte. Dies steht im krassen Widerspruch zur angepeilten Kreislaufwirtschaft oder den ambitionierten Zielen für die Wiederverwertung von Elektro-Altgeräten. Dennoch hat die europäische Politik einen Gesetzes-Entwurf mit unrealistischen Grenzwerten vorgelegt. Der Vorschlag ist weder durch wissenschaftliche Studien untermauert noch umsetzbar.

Wenn Grenzwerte nicht messbar sind, können sie auch von innovativen Unternehmen wie MGG Polymers nicht erreicht werden. Wir sind der Überzeugung, dass es sich hierbei nur um einen Irrtum handeln kann. Der Entwurf gefährdet sowohl die Recycling-Branche als auch viele Arbeitsplätze: Für Müller-Guttenbrunn arbeiten 125 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei MGG Polymers, die überzeugt sind, dass sie einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten.


Fachverbände treten für Änderungen ein

EERA (link) und EuRIC (link), zwei wichtige europäische Recycling Fachverbände für Abfallbehandlung, haben das dringende Thema auf ihre Tagesordnung gesetzt, um die europäischen Politiker davon zu überzeugen, dass es unmöglich ist, Recycling durchzuführen, wenn Grenzwerte unterhalb des messbaren Bereichs liegen. Die beiden Verbände fordern daher, die Vorschläge entweder zurückzuziehen oder sie auf Werte zu überprüfen, die messbar sind und mit anderen europäischen Rechtsvorschriften zu diesem Thema in Einklang stehen.

Die Position der beiden Recycling Fachverbände EERA (Link) und EuRIC finden Sie hier (Link).  Müller-Guttenbrunn dankt den beiden Verbänden für diese Unterstützung und appelliert an die europäische Politik, das umweltfreundliche Recycling von Kunststoffen aus Elektro-Altgeräten nicht nur weiterhin zu ermöglichen, sondern zu unterstützen.